Harald Hinsch

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                                        Multikulti – Migration - Integration

 

Das „Schengener Abkommen“ und das  „Deutsche Asylrecht“ sorgen für eine begrenzte Aufnahme von Zuwanderern in die BRD. Aus demografischen Gründen können wir allerdings auf eine weitere Zuwanderung nicht verzichten. Wenn die restriktive Einwanderungspolitik so weitergeführt wird, dann werden nach heutigen Prognosen im Jahr 2015 dreimillionen Arbeitskräfte fehlen.  Auf dem  - Junge Union - Deutschlandtag wollte unsere Kanzlerin die jungen Gemüter wohl erquicken mit dem markigen Spruch:

„Multikulti ist tot, Multikulti ist gescheitert, absolut gescheitert.“ 

Seehofer ergänzt in der Integrationsdebatte:   „Keine Zuwanderung aus fremden Kulturkreisen.“

Multikulti ist nicht tot!  Erst durch die negative Zuschreibung hat dieser Begriff eine Wertung bekommen, mit dem Attribut „Geringschätzung“.     Aber : Der Begriff Multikulti ist wertneutral, es ist keine Zustandsbeschreibung.

 

Zunächst die Definition

„Die  - Multikulturelle Gesellschaft – ist ein soziologisches, politisches, publizistisches Schlagwort, mit dem eine Gesellschaft bezeichnet wird, in der Menschen unterschiedlicher Herkunft, Nationalität, Sprache, Religion und Ethnie zusammen leben.“

 

Was kann daran falsch sein?  Gar nichts ! Die völkische Vorstellung, nur einer Rasse anzugehören, hatten wir ja schon. Auch mit den Sprüchen  „Ausländer raus !  Das Boot ist voll ! “  ist unser Gesellschaftsproblem auch nicht zu lösen. Laissez-faire heißt beobachten, aber nicht eingreifen, das nützt auch nichts.  Auch die jahrzehntelangen

Voreingenommenheiten sind untauglich als Mittel zur Integration.   

 „Das Nebeneinander“, muss „ein Miteinander“ werden, äußerte Frau Merkel anlässlich eines Blitzbesuchs am

9. Dezember in Hamburg-Wilhelmsburg bei einem Integrationsworkshop für ausländische Kinder und Eltern. Mit dieser Zielvorstellung bekommt der Begriff eine positive Wertigkeit. Jedoch, nach dieser verbalen Absichtsbekundung, müssen Taten folgen anstatt Kürzungen  und Streichungen für Integrationsobjekte. Leider hat der vierte deutsche Integrationsgipfel keine grundlegende Veränderung erbracht. Es gibt zu wenig Deutschkurse für Migrantenkinder, Jugendliche und Eltern.  Die Bereitschaft der Annahme ist proportional größer als das Angebot. Die nötigen Zuschüsse für Integrationskurse werden mangels leerer Kassen der Kommunen gestrichen. Flächendeckende kostenlose Kitas ab

2 Jahren ist reines Wunschdenken. So geht das nicht!

Die Antwort muss heißen: “Eine grundlegende Reform im Rahmen einer umfassenden Bildung und Arbeitsmarktoffensive !“

Die negativen Zuschreibungen an die Adresse der Migranten gipfeln in der Behauptung, dass die Zugewanderten bestimmter Ethnien selbst schuld an ihrer Isolation sind.  Es wird bestimmten Ethnien unterstellt, dass sie sich nicht in unserem Bildungssystem und Arbeitsmarkt integrieren wollen, also selbstverschuldet außen vor bleiben. Es wird die Behauptung aufgestellt, dass diese Migranten die Bewahrung ihrer Herkunftsidentität mehr in den Vordergrund stellen und nicht die Anpassungsleistungen, die von den Migranten zu erbringen sind. Damit sind wohl die Migranten gemeint, die aus einfachen, bildungsarmen Verhältnissen ihrer Heimatländer kommen. Noch dazu, wenn es sich um Migranten aus Ethnien islamischen Glaubens handelt.

 

                                                                         

                                                      

Die Hintergründe von Konservativer Überlieferungi m Gegensatz zu freiheitlichen und fortschrittlichen Verhaltensweisen der islamischen Ethnien gehen zurück bis in die vorislamische Zeit.

 Seit Muhammad ist der Islam als religiöse Einheit anzusehen.

 Die islamische Zeitrechnung beginnt um 622 n.Ch.. Um 650 entstand das älteste Exemplar des Koran. Am Anfang dieser Glaubensrichtung gab es im Gegensatz zu heute eine Blütezeit des Islam (749-1258) mit großen Erfindungen und geistigen Wissenschaftsbereichen, von dem der Nordeuropäer nur träumen  konnte. Es gab auch schon einmal einen wesentlich toleranteren Islam als heute. Es ist überliefert, dass der Perser Abu Nuwas (750-819), ein berühmter Poet, zitierte:  Für junge Knaben ließ ich die Mädchen zurück/ und alter Wein vertreibt den Gedanken von klarem Wasser aus meinem Kopf.  Der Koran sagt – Alkohol ist für Muslime verboten. Andererseits gibt es im Koran keinen Vers, der den Gläubigen den Genuss von Alkohol verbietet. Das bestätigt die Sure 16:67, die besagt, von den Früchten der Dattelpalmen und den Beeren einen Rauschtrank zu machen, ist ein Zeichen für Verstand.

Ein ausdrückliches Verbot (hamam) bezieht sich nur auf Schweinefleisch, Aas und Blut.

 

Die heutige Auslegung des Koran ist überschattet von konservativen Eiferern, daraus ergeben sich überkommene Verhaltensweisen, die wir ablehnen und mit Recht verurteilen.

Die Auswüchse dieser Glaubensrichtung sind zutiefst menschenverachtend. Beispiele sind:

Der Dschihad - der gottgewollte Krieg gegen die Ungläubigen.

Nach islamischem Staatsrecht leben wir im  al-harb.  Wir sind Kriegsgebiet der Ungläubigen.

Ein Shahid -  ist ein Märtyrer, kämpfend für Allah. 72 Jungfrauen sind ihm zu Willen.

Die Sharia -  Steinigung, Geißelhiebe, rechte Hand abhacken.

Die Sippenhaft – Ehrenmorde, Blutrache, Blutgeld.

Die Eltern regeln die Ehen ihrer Kinder. Schleier, mindestens Kopftuchpflicht. Verheiratung ab 7 Jahren. Sexuelle Beziehung ab 12 Jahren. Muhammad gab Frauen nie die Hand, daraus abgeleitet, Männer geben Frauen nicht die Hand.

Mit diesem Hintergrund kommt der Islam zu uns. Muslimische Migrationsbürger, die sich zu diesen Thesen bekennen, bzw. sie verbreiten wollen, sind bei uns fehl am Platze.

     

 Die gewaltverherrlichende Machokultur bei vielen jungen Muslimen muss nicht unbedingt ein Beweis für den Zusammenhang von Gewaltbereitschaft und Religion sein. Ein geringes Bildungsniveau, eine Erziehung, die auf Autorität und Gewaltanwendung beruht, das uns fremde Verständnis von Ehre und Männlichkeit, erzeugen primär Gewaltbereitschaft.

Ihre soziale und wirtschaftliche Lage ist prekär. Sie sind anfällig für religiös bedingte Männlichkeitsbilder. Trotzdem ist die Frage immer noch angebracht, sind sie weniger willig oder bauen wir zu wenig Brücken ?  Bei 10-15% Integrationsverweigerern (Innenminister de Maiziere) kann man von der Mehrheit der Migranten nicht ableiten, sich der Integration zu verweigern.  Die pauschalen Zuschreibungen sind wenig professionell, sie sind populistisch.

 

In den Wohnghettos mit hohem Ausländeranteil sind die Ursachen der Perspektivlosigkeit keineswegs primär den unterschiedlichen Ethnien und Kulturen anzulasten. Hier gibt es auch ein deutsches, gesellschaftspolitisches, ein soziales Problem. Es ist das Prinzip der totalen Unterordnung ökonomischen Denkens. Priorität hat Macht und Profit, da kommen die sozialen Kriterien der Integration zu kurz.

 

                                                          

Es müssen Chancengleichheit für Kinder und  Jugendliche gleich welcher Nationalität aus ausbildungsfernen Schichten hergestellt werden, die bei gleicher Intelligenz viel seltener einen höheren Abschluss erreichen als Kinder von Bildungsbürgern. Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland immer noch mehr als in anderen Ländern über die Aufstiegschancen. In kaum einem  anderen Industrieland sei die Durchlässigkeit so gering ausgeprägt wie in Deutschland. Weniger als 1% der Bevölkerung aus einem Elternhaus, in dem der Vater ungelernter Arbeiter ist, schafft es in eine leitende Angestelltenposition.

 

Für die Jugendlichen ohne Hauptschulabschluss einschl. der Ghetto Kids von Eltern ausländischer Ethnien ist die Lage schon jetzt aussichtslos. Sie sind nicht ausbildungsreif, sie werden wahrscheinlich nie Steuern zahlen, sie werden dem Staat lebenslang Steuern kosten.

Wenn diese Menschen keine realen Bildungs-  und Arbeitschancen bekommen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn sie sich weiter isolieren. Sie werden an uns vorbeileben in einer Parallelgesellschaft, die sich verfestigt, solange ihnen keine Chancen eingeräumt werden. 

Das geistige Potential dieser Menschen gilt es zu fördern, natürlich auch zu fordern. Dazu sind bessere Rahmenbedingungen zu schaffen, die es ermöglichen, dass Wirtschaft und Staat eine Qualifizierungsoffensive startet. Dann werden aus Benachteiligten auch Steuerzahler und keine Hartz 4 Empfänger.

 

Diese Strategie kostet Geld, viel Geld. Noch teurer wird es allerdings, wenn man es den Betroffenen allein in die Schuhe schiebt, das Problem ignoriert, es klein redet oder nur Kosmetik betreibt.

 

 

 

Harald Hinsch  (Soz.päd.)

 

 

 

 

 

 

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