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Harald Hinsch

Ökonomie  5                                                                                            Januar 2017                                          

 

Wenn Roboter für uns Steuern zahlen... Wir könnten produzieren ohne arbeiten zu müssen.

Das schreibt Henning Vöpel, Chef des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts (HWWI ) im Januar 2017. Er sieht „einen technologischen Marxismus, in dem es für jeden Bewohner der Stadt ein Grundeinkommen geben wird, finanziert von Robotern, die Steuern zahlen.“  Die Vorläufer dieser Zukunftsaussichten sind bereits heute erkennbar. Es ist die „4.Revolution oder auch Industrie 4,0“ genannt. (Hamb. Abendblatt)

Es sind selbstorganisierende Produktionen, in denen Menschen, Maschinen, Anlagen, Logistik und Produkte miteinander kooperieren. Es ist das Erzeugen und Erfassen von unendlichen Datenmengen, sogenannter Big Data. Durch die gegenwärtige digitale Globalisierung entsteht Druck auf die Mittelschicht. Sie gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Globalisierung erzeugt auch Druck auf die unteren und mittleren Löhne. Gewerkschaften werden sich mit den Abgehängten solidarisieren. Die Digitalisierung von Arbeitsvorgängen  ersetzt zunehmend qualifizierte Arbeit in Krankenhäusern, Versicherungen, Banken und anderen Dienstleistungsbereichen. Um mit diesen Erscheinungen Schritt zu halten, ist Bildung und lebenslanges Lernen erste Voraussetzung.- Sozialer Aspekt-

H. Vöpel stellt fest: „ Es wird immer häufiger passieren, dass bestimmte Tätigkeiten und Qualifikationen durch den Einsatz von Robotern plötzlich nicht mehr gebraucht werden. Um den Menschen kollektiv am digitalen Fortschritt zu beteiligen, könnte man z.B. Roboter besteuern und damit das Grundeinkommen für jeden finanzieren, also einen festen Transfer, der jedem Bürger vom Staat überwiesen wird. Das wäre eine Art technologischer Marxismus, der nicht, wie von Marx vorausgesagt, durch eine politische, sondern durch eine digitale Revolution entsteht. Wir könnten produzieren, ohne arbeiten zu müssen, eine lang gehegte Utopie der Menschheit. Auf der anderen Seite würden viele Produkte günstiger, denn Roboter können Tag und Nacht ohne Pause produzieren, ein immenser Kostenvorteil. Im Zuge dieser Entwicklung würde menschliche Arbeit wieder wertvoller. Die Pflege und Betreuung am Menschen würde dann von der Gesellschaft weit höher bewertet und entlohnt werden, als zum Beispiel ein von Robotern hergestelltes Auto. Das kulturelle und kreative Miteinander könnte viel stärker als heute in das Zentrum des Lebens rücken, weil wir uns den Zwängen der Produktion entledigt hätten.“     

„ Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung hat im Jahr 2015 ausgerechnet, dass vor allem Berufe der industriellen Fertigung von der Digitalisierung betroffen sein werden. Mehr als zwei Dritteln der Arbeitsstellen steht in Aussicht, demnächst von Computern und Robotern ersetzt zu werden.“                    

Klaus Schwab – Chef des Weltwirtschaftsforums in Davos   – Auszüge aus seinem Interview mit dem Hamburger Abendblatt am 9.Jan.2017:   „Die Globalisierung wird nicht haltbar sein, wenn wir die humanen Aspekte nicht stärker berücksichtigen. - Marktwirtschaft muss auch fair sein. - Die soziale Dimension, die Absicherungen der Benachteiligten wurde nicht ausreichend einbezogen. -  In den USA könnten in den kommenden Jahren Millionen Busfahrer und Kassierer durch die Digitalisierung ihren Job verlieren. - Ich finde die Idee des Grundeinkommens grundsätzlich plausibel.- Im Rahmen der Globalisierung brauchen wir eine Humanisierung der Gesellschaft. - Nur kurzfristiges, gewinnorientiertes Handeln muss zurückgedrängt werden. - Wir müssen das kapitalistische System sozial akzeptabler machen.“   .   

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